Aktienmarkt positiv getestet?
Sell in may and go away? Sollte diese umstrittene Börsenregel etwa in diesem Jahr die richtige Entscheidung sein? Zumindest sind am Markt, wie aktuell beim Wetter, dunkle Wolken aufgezogen. An den vergangenen beiden Tagen mussten Dax, Dow & Co. deutlich Federn lassen und die Akteure scheinen sichtlich nervös zu sein. Geht tatsächlich das Inflationsgespenst um, oder ist es gar kein Gespenst, sondern genau das Phänomen, das nicht wenige Marktteilnehmer erwartet haben? Der Verbraucherpreisindex für Deutschland lag im April bei plus 2 Prozent zum Vorjahresmonat und plus 0,7 Prozent zum Vormonat. Steigende Rohstoff- und Energiepreise zählen dabei zu den Preistreibern. EZB-Direktorin Schnabel hält bezogen auf Deutschland sogar einen Sprung auf über 3 Prozent für möglich. In den USA sieht es nicht besser aus, bereits im März lag die Inflationsrate bei 2,6 Prozent, die Inflationserwartung stieg unterdessen auf 2,73 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 10 Jahren. Steigende Inflationsraten bringen die Notenbanken in Handlungszwang. Reagieren diese nicht, können die Zinsen am Markt trotzdem steigen und das ist bekanntlich Gift für die Aktien. Schauen wir mal, wie stark das Inflationsvirus den Markt tatsächlich infiziert hat? Vielleicht ist es ja nur ein vorübergehender Schnupfen, dann kann die Impfspritze in der Schublade bleiben.
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Newsletter vom 12. Mai 2021
Ihr Martin Braun, Börse Hannover

„Wer sich an das Absurde gewöhnt hat, findet sich in unserer Zeit gut zurecht“
…, sagte einmal der französische Dramatiker Eugène Ionesco. Sein Zitat passt gut zur Börsenstimmung, die langjährige Anleger derzeit oft mit einem ungläubigen Kopfschütteln zurück lässt. Am Dienstagmittag setzte ein breiter Kursrutsch am deutschen Markt ein, wobei im Leitindex – ohne sichtbare Bremsspuren – auch die als sicher geglaubte Marke von 15.000 Punkten fiel, die Ende März euphorisch erobert wurde. Zwischen 2,5 und 3,4 Prozent im Minus beendeten die DAX-Indizes den Tag. Auf europäischer Ebene war es mit 1,9 Prozent Rückgang etwas moderater und in der gleichen Dimension ging es an der US-Technologiebörse NASDAQ abwärts, während der industrielastige Dow Jones fast unverändert schloss. Rebound also nicht ausgeschlossen. Als Ursache wird – mal wieder – die Angst vor steigenden Zinsen genannt, diesmal als Deutung eines Ausspruchs der ehemaligen Fed-Chefin und aktuellen US-Wirtschaftsministerin Janet Yellen. Ein Wort, das besonderes Gewicht hat.
Doch nun von der Volkswirtschaft zur Betriebswirtschaft: Ein Blick in unsere Wochenvorschau zeigt, dass neben zahlreichen Hauptversammlungen auch die Berichtssaison auf Hochtouren läuft. Bis zu diesem Wochenende legen rund ein Drittel der DAX-Unternehmen ihre Quartalszahlen vor: Den Auftakt machte heute früh die Deutsche Post; am Donnerstag folgen Daten für Continental, Fresenius, HeidelbergCement, Henkel, Linde, Münchener Rück und Volkswagen bevor am Freitag die Zahlen von Adidas, BMW und Siemens kommen. Das Vorjahresquartal zu schlagen ist hierbei meist nur die Pflicht und die Analystenerwartungen zu übertreffen gilt als Kür. Wenn dann noch der Ausblick positiv ausfällt, ist das Sahnehäubchen erreicht. Ob dies auch vom Börsenkurs goutiert wird oder dieser eine absurde Reaktion zeigt, ist derzeit ungewiss.
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Newsletter vom 28. April 2021
Ihr Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Es ist nicht alles Gold, was glänzt
… weiß der Volksmund und meint damit eher wertlose Alternativen zum edlen Gold. Beim Blick auf den Rohstoffsektor glänzen aktuell tatsächlich eher andere Metalle, wie z. B. Palladium, Kupfer oder Nickel, während Gold seit 8 Monaten konsolidiert. Dieser Umstand ist auf eine starke Nachfrage aus dem industriellen Sektor zurückzuführen, denn als Kapitalanlage oder Schmuck spielen alle drei genannten Metalle im Gegensatz zu Gold keine Rolle. Kupfer gilt als klassischer Konjunkturindikator, findet es doch in vielen Branchen Verwendung. Palladium wird insbesondere bei der Herstellung von Katalysatoren bei Benzinmotoren benötigt; starke Nachfrage bei begrenztem Angebot treibt hier die Preise. In den zurückliegenden 5 Jahren legte Palladium um rund 370 Prozent zu, eine historische Höchstmarke. Kupfer kommt im gleichen Zeitraum auf ein Plus von 100 Prozent, Nickel auf plus 85 Prozent und Gold auf vergleichsweise bescheidene 40 Prozent. Erfahrene Anleger, die die Chancen und Risiken von Edelmetall- und Rohstoffinvestments einschätzen können, werden z. B. an der Börse Düsseldorf fündig, wo Rohstoffe aus dem normalen Wertpapierdepot unkompliziert über ETCs/Zertifikate gehandelt werden können: boerse-duesseldorf.de/etcs/
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Newsletter vom 28. April 2021
Ihr Martin Braun, Börse Hannover
