Comeback bei Gold und Bitcoin

An den Märkten zeigten sich zuletzt zwei Vorboten für unsichere Zeiten: Die US-Staatsschulden wachsen unter Trump rasant mit neuem Rekordstand von jetzt über 40 Billionen Dollar und die Renditen 30-jähriger amerikanischer Staatsanleihen stiegen auf über 5,3 Prozent, also den höchsten Stand seit 2007. Am Aktienmarkt war jedoch keine echte Schwäche zu erkennen. Die Indizes notieren weiterhin am oberen Ende ihrer Kurshistorie, auch wenn der DAX kurzzeitig mal unter die 26.000er Marke abgetaucht war. Die offensichtlichen Profiteure sind zwei zuletzt schwächelnde Assetklassen: Gold und Bitcoin.

Der Goldpreis ist seit Anfang August rund 15 Prozent gestiegen und notiert aktuell über 4.600 USD. Ein Chart-technischer Widerstand liegt bei 4.850 – erst danach wäre wäre der Weg frei für Kurse oberhalb von 5.000 USD. Bis zum Rekordhoch von Ende Januar fehlen dem Edelmetall derzeit aber noch gut 17 Prozent. Beim Bitcoin gab es nach einer rund 11-wöchigen Seitwärtsphase zwischen 60.000 und 65.000 USD einen dynamischen Ausbruch. Allein seit letzter Woche Montag ist BTC um rund 25 Prozent auf aktuell knapp 79.000 USD gestiegen – auch das Krypto-Handelsvolumen erhöhte sich insgesamt deutlich. Hier lässt sich also doch die oben angedeutete Krisenstimmung in steigenden Kursen ablesen.

Die börsennotierten Unternehmen schauen aber wohl überwiegend positiv in die Zukunft. Die Künstliche Intelligenz gilt gerade bei den Tech-Aktien, aber auch zunehmend bei Industriewerten weiter als große Chance und auch der volatil-hohe Ölpreis wird nicht wirklich als Belastung gesehen. Im ifo-Geschäftsklimaindex schätzt die deutsche Wirtschaft mit 88,8 Punkten die Lage so optimistisch ein, wie zuletzt vor einem Jahr und auch die Zukunftserwartungen korrigierten deutlich nach oben. Ob der KI-Hype weiter läuft, lässt sich heute Abend an der Reaktion auf die Nvidia-Quartalszahlen ablesen und bei Tagung der US-Notenbank in Jackson Hole könnte es am Freitag neue Impulse für den Anleihenmarkt geben.

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Newsletter vom 26. August 2026

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

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