Sind die Aktien nun billig oder teuer?

Bei dieser Frage scheiden sich nicht etwa die Geister, aber die Meinungen der Experten. Die einen schätzen das Bewertungsniveau bereits als historisch hoch ein, andere dagegen sehen trotz historischer Höchststände bei DAX & Co. noch günstige Einstiegschancen. Beim DAX lag das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis in den vergangenen 30 Jahren bei 19 (aktuell 19,1), beim Dow Jones in den letzten 36 Jahren bei immerhin 25 (aktuell 28,1). Daraus könnte man jetzt voreilig den Rückschluss ziehen, dass ein Über- oder Unterschreiten dieser Durchschnittswerte auf eine hohe bzw. günstige Bewertung hindeuten. Wobei zu beachten ist, dass ein KGV-Niveau immer branchenspezifisch als hoch oder niedrig gilt und der Zuwachs von Technologieaktien in den Leitindizes den historischen Durchschnitt verschiebt.

Die PEG-Ratio kann hier Abhilfe schaffen, setzt sie doch das KGV ins Verhältnis zum erwarteten Gewinnwachstum der Folgejahre. Dabei gilt als fair bewertet, wer eine Wachstumsrate in Höhe des KGV vorweisen kann, die PEG liegt dann bei 1. Somit gelten PEGs unter 1 als attraktiv, über 1 signalisieren sie eine Überbewertung. Was bedeutet das nun für DAX & Co.? Je höher die Kurse steigen und mit ihnen das KGV, desto stärker muss auch das prozentuale Gewinnwachstum der Unternehmen ausfallen. Bei einem KGV des Marktes von 20 müssen somit auch die Gewinne in den folgenden 3 bis 5 Jahren um 20 Prozent p.a. steigen, das heißt sie müssen sich innerhalb von 4 Jahren verdoppeln! Ist das realistisch, trotz Nachholeffekten, niedriger Zinsen und Liquiditätsschwemme? In dem Moment, wo das Gewinnwachstum nicht mehr Schritt halten kann, ist die Kurskorrektur am Markt nicht mehr fern. So einfach ist das Spiel an der Börse – zumindest in der Theorie!

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 14. Juli 2021

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

Inflation durch Sondereffekte getrieben

Steigende Preise beschäftigen derzeit die Menschen und die Kapitalmärkte. Doch es besteht kein Grund zur Sorge, denn noch ist das Bild pandemiebedingt verzerrt. Sparer können sich gut mit einem ausgewogenen Depot schützen, das über viele Anlageklassen streut, und erhalten so zugleich Chancen auf attraktive Erträge.

Wie werden sich die Preise in Deutschland entwickeln? Union Investment, der Fondspartner der Hannoverschen Volksbank eG, hat dazu im Mai dieses Jahres 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten in Deutschland befragt. Dabei ist der Anteil derjenigen, die mit stark steigenden Preisen rechnen, mit 23 Prozent auf ein neues Maximum im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Leicht steigende Preise erwarten mit 66 Prozent ebenfalls mehr der Befragten als vor einem Jahr. Mit acht Prozent erreicht der Anteil derjenigen, die mit gleichbleibenden Preisen rechnen, sogar einen historischen Tiefstwert.

Tatsächlich legte die Inflation jüngst auch zu. Im Mai zog sie in Deutschland im Monatsvergleich um 0,5 Prozent an, in der Eurozone um 0,3 Prozent. Das entspricht einer Jahresrate von 2,4 Prozent (EU-harmonisiert). Deutet dieser Anstieg nun auf eine langfristig höhere Inflation hin?

Nach Ansicht des Fondspartners zeigen die aktuell höheren Preise, dass die Nachfrage etwa nach Konsumgütern aufgrund der Wiederöffnung der Volkswirtschaften – begründet im Erfolg der Impfkampagnen – rasant zunimmt. Das Angebot könne damit kurzfristig nicht Schritt halten. Dies dürfe sich aber in den kommenden Monaten wieder beruhigen. Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ die Zinsen auf ihrer jüngsten Sitzung am 10. Juni zunächst auch unangetastet.

Union Investment rechnet mit knapp vier Prozent gegen Ende 2021 mit dem Höhepunkt der Teuerung in Deutschland. Die Ursachen dafür seien einerseits etwa die gestiegenen Energiepreise. Andererseits falle dann der Effekt der reduzierten Mehrwertsteuer aus dem zweiten Halbjahr 2020 ins Gewicht. Diese und weitere Faktoren liefen aber in der ersten Hälfte 2022 aus. Union Investment erwartet dann eine deutlich niedrigere Inflationsrate um zwei Prozent.

Attraktivere Zinsen dürften damit noch länger auf sich warten lassen. Für den Vermögenserhalt und -aufbau führt daher an Aktien kein Weg vorbei, auch wenn damit Kurs- und Ertragsrisiken verbunden sind. Außerdem gilt: Der beste Schutz vor Inflation ist eine breite Streuung des Vermögens über verschiedene Anlageklassen. Dies lässt sich gut über aktiv gemanagte Fonds realisieren.

Newsletter vom 14. Juli 2021

Thomas Scholz – Filialdirektor und Leiter WP-Beratung
Hannoversche Volksbank eG

Zum Newsletter anmelden

Jahresziele schon im Sommer erreicht?

Das erste Börsenhalbjahr 2021 ging mit ordentlichen Kurszuwächsen in die Bücher. Der DAX notierte 13,1 Prozent höher als Ende 2020, der MDAX folgte mit 10,6 Prozent knapp dahinter. Und auch sonst liegen bis auf Bundesanleihen und Gold praktisch alle großen Assetklassen im grünen Bereich: Die Eurozone war 15,8 Prozent stärker und der amerikanische S&P 500 sogar 18,8 Prozent im Plus, während sich das Kurswachstum in den Emerging Markets mit 11 Prozent etwas verlangsamte und in Japan bei 1,4 Prozent stockte.

Viele Jahresprognosen bei den Indizes sind stand heute schon erfüllt. Also war es das schon für 2021? Sicher nicht! In vielen Branchen ist noch Aufholpotenzial vorhanden. Trotz immer neuer Seitwärtsphasen in den Indizes ist von Langeweile an der Börse wenig zu spüren, sodass der Sommer zumindest an der Börse noch heiß werden kann. Es hat sich gezeigt, das echte Ausbrüche dynamisch verlaufen. Das Gleiche gilt bekanntlich für Virus-Varianten und das griechische Alphabet zählt übrigens 24 Buchstaben.

Die enorme Geldmenge, rekordverdächtig viele Börsengänge und verstärkte Aktivitäten der stetig wachsenden Gruppe von Kleinanlegern können die Börsen in jede Richtung treiben – auch oder gerade bei sinkenden Umsätzen in den Sommermonaten. Bleiben Sie auf der Hut und ruhen Sie sich nicht auf dem Erreichten aus!

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 07. Juli 2021

Ihr Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Foto Thomas Strelow

Goldilocks-Economy? Nicht ganz…

Aktuell befinden sich die Corona-Neufallzahlen in vielen europäischen Staaten auf niedrigen Niveaus, was eine wesentliche Voraussetzung für die breite, nahezu alle Segmente der Wirtschaft umfassende Erholung ist. Allerdings zeigt der zunehmende Anteil der Delta-Variante bei den Neuinfektionen – und die steigenden Fallzahlen in Großbritannien und Portugal – dass das Auftreten neuer Varianten auch zu erneuten Shutdowns und damit wirtschaftlichen Rückschlägen führen kann.

Zuletzt war im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung vermehrt von einer Goldilocks-Economy die Rede – also dem bestmöglichen Zustand einer Volkswirtschaft mit positiven Wachstumsraten, dynamischen Investitionen und Konsum, moderater Inflation, niedrigen Zinsen und hoher Beschäftigung. Diese Kombination gab es zuletzt Ende 2017 in Deutschland, Teilen der Eurozone und in den USA.

Tatsächlich sind die globalen Wachstumsperspektiven für 2021 und 2022 angesichts des Aufschwungs nach der Coronakrise sehr positiv. In Europa unterstützt – neben der schon lange boomenden Industrie – zunehmend auch der Konsum die Konjunktur, nicht zuletzt aufgrund nur moderat gestiegener und zuletzt sinkender Arbeitslosenquoten.

Allerdings sind derzeit auch deutliche Unwuchten erkennbar, die vor allem aus den immer stärker zunehmenden Engpässen bei Zulieferungen, Rohstoffen und Transportkapazitäten resultieren. Viele Unternehmen müssen ihre Produktion deshalb drosseln, obwohl die Nachfrage extrem hoch ist. Erkennbar sind diese ökonomischen Verzerrungen durch den Vergleich des derzeit rekordhohen Auftragsbestands im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland und der immer noch leicht unter dem Vorkrisenniveau rangierenden Industrieproduktion (Produktions-/Nachfragelücke).

Auch die resultierenden erheblichen Produktionskostenexplosionen sprechen gegen das Bild einer Goldilocks-Economy, denn sie beschleunigen den zuletzt deutlich gestiegenen Trend zu höheren Inflationsraten. Vor allem in den USA wird die ohnehin höhere Inflationsdynamik durch ein Auseinanderklaffen von moderatem Angebot und stark gestiegener Nachfrage am Arbeitsmarkt untermauert. Viele Menschen bevorzugen derzeit die nach wie vor hohe staatliche Arbeitslosenunterstützung oder können die nachgefragten Qualifikationen nicht vorweisen. Daher sind Unternehmen oftmals nur unter Inkaufnahme von höheren Lohnzahlungen in der Lage, freie Stellen zu besetzen.

Für die meisten Aktienindizes dürften die Zeiten hoher zweistelliger Kurszuwächse innerhalb kürzester Zeit damit vorerst einmal beendet sein. Vielmehr ist im zweiten Halbjahr 2021 mit einer erhöhten Volatilität zu rechnen, wenngleich die grundsätzlichen Perspektiven für Aktien angesichts des anstehenden globalen Aufschwungs generell positiv bleiben.

Newsletter vom 07. Juli 2021

Carsten Mumm – Chefvolkswirt und
Leiter der Kapitalmarktanalyse
Privatbank Donner & Reuschel

Zum Newsletter anmelden

Das tut weh!

Nein, nicht etwa das aktuelle Marktgeschehen einschließlich Inflation tun weh, sondern das Ausscheiden unseres EM-Fußballteams. Mit viel Glück die Vorrunde überstanden kam gestern der Showdown und das ausgerechnet auch noch gegen England. Ich will die Einzelheiten jetzt nicht kommentieren, aber es war ernüchternd und erinnerte mich an die WM 2018. Die Schuld allein dem Coach in die Schuhe zu schieben ist einfach und beliebt, aber nicht wirklich fair. Letztendlich stand er am Spielfeldrand und 11 Profikicker hätten es in 90 Minuten reißen können! Nun ja, jetzt freuen sich alle über vorgezogene Ferien. Zurück zu den Märkten: Wieder liegt eine bewegte Woche hinter uns. Der DAX konnte sein Hoch vom 15. Juni bei 15.730 Punkten nicht mehr toppen, hält sich jedoch seit Tagen oberhalb von 15.500 Punkten. Der Dow Jones zeigt sich ebenfalls stabil und der Nasdaq marschiert seit Tagen von einem Hoch zum nächsten. Das Inflationsgespenst ist noch da, hat aber etwas seinen Schrecken verloren. Vielleicht haben wir es ja tatsächlich mit einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung der Notenbanken zu tun, nach der es sich nur um ein vorübergehendes Phänomen handeln soll. Der USD zeigt sich gegenüber dem EUR seit Anfang Juni deutlich fester, allein das Gold schwächelt. Seit dem Zwischenhoch bei 1.908 USD Anfang Juni hat die Goldunze rund 150 USD verloren, das ist ein Minus von 8 Prozent.
Es bleibt spannend, bleiben Sie am Ball, auch wenn die EM für uns bereits gelaufen ist.

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 30. Juni 2021

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

Der Ausblick auf das 2. Halbjahr 2021: Das war es noch lange nicht!

Noch arbeiten wir uns an der Neubewertung der US-Notenbank FED zur Inflations- und Zinspolitik ab. Noch wissen wir nicht, welche Auswirkungen die indische Delta-Variante des Corona-Virus bei uns haben kann. Noch wissen wir nicht wer Kanzler*in kann. Auch wissen wir nicht, ob wir mehr Substanz- oder Wachstumsaktien haben wollen.

Aber wir wissen, dass wir froh sind, dass wir endlich wieder über Inflation sprechen und schönes Konjunkturwachstum haben. Wie lange haben wir Deflation und sinkende Unternehmensgewinne in Europa gefürchtet? Ja, und endlich steigen die Zinsen auch wieder ein bisschen und die USA versuchen vorsichtig einen Zinswendeprozess einzuleiten. Hurra, haben wir uns das nicht schon lange herbeigesehnt? Zudem können wir annehmen, dass zugelassene Impfstoffe gegen schwere Verläufe der indischen Delta-Variante helfen. Wir hoffen deshalb, dass wir die Läden zum Herbst/Winter nicht wieder schließen müssen. Und auch die Bundestagswahl macht mir Mut. Eine Koalition der bürgerlichen Mitte scheint das angesagte und angebrachte Basisszenario zu sein. Die Farbenkonstellation wird sich jedoch ändern und hoffentlich frischen Schwung in das eingerostete, politische Establishment bringen. Mut haben, liebe Politiker. Den Firmen und Bürgern weniger Bürokratie und Steuern zumuten. Dann klappt das auch mit Wachstum und Umwelt zugleich, wenngleich die Schulden zunächst steigen müssen. Wieso soll Deutschland immerwährend sparen, während andere Euroländer reichlich ausgeben? Und das auch noch vor dem Hintergrund von Bundesanleihen, die dem Finanzminister derzeit einen positiven Zinssaldo bieten. Die „Null“ muss beim Fußball stehen, derzeit aber nicht bei der Neuverschuldung, wenn es um bitter notwendige Zukunftsinvestitionen geht. Bitte nicht zu früh anfangen zu sparen, denn spätestens in den nächsten fünf Jahren entscheiden sich die Weltmarktanteile bei umweltfreundlichen und intelligenten Technologien und Rohstoffen. Wir müssen jetzt dabei sein und investieren!

Wir empfehlen mit Blick auf das 2. Halbjahr ganz eindeutig „long“ in Aktien zu sein, obschon wir zunächst die Berichtssaison zum 1. Halbjahr 2021, die Mitte Juli beginnt, als herausfordernd ansehen. Hohe Rohstoffpreise werden Hier und Da den Gewinnen zusetzen. Rückschläge im Sommer sollten u. E. aber eindeutig zum Nachfassen genutzt werden. Es bleibt unsere Devise: „buy the dip“ („Kaufe zu bei Rücksetzern“), denn eine Inflation in den USA im Rahmen von +2 bis sogar +6 Prozent spricht unter Schwankungen im historischen Kontext für die Aktienanlage. Auch Rohstoffe wären dann als Inflationsabsicherung gefragt, während Gold und Anleihen mit zunehmender Zinserhöhungsfantasie leiden würden.

Gewisses Nachholpotenzial bei Aktien sollte als Region Asien haben. Asien hat im ersten Halbjahr aufgrund chinesischer Regulierungswut und falscher Impfstrategie u. a. in Japan enttäuscht. Es ist daher wichtig in Asien in die ganze Breite der Länder (Vietnam, Taiwan, Südkorea, Indien) zu investieren und nicht nur auf China zu setzen. In den USA dürften weiterhin die Investmentbanken und Tech-Werte als Branchenführer dominieren. Allerdings präferieren wir die 2. Reihe der US-Techs und Chipwerte, denn die US-Politik macht den „Big Five“ (Amazon, Facebook, Apple, Alphabet, Microsoft) gehörig Feuer, denn das neue Wettbewerb-Regulierungsprogramm heißt „Grenade“ (Granate) und will die Vormachtstellung derer brechen.

In Europa lösen Konsum und Dienstleistungen den Industrie- und Bausektor als Lokomotive ab. Unsere Favoriten sind daher Sportartikel, Freizeit- und Logistikwerte aus Deutschland, Privatbanken aus Skandinavien und Südeuropa, die von wiederaufkommender Dividendenfantasie profitieren, und der in China vielgeliebte Luxuskonsum aus Frankreich. Als Kirsche gibt es dann noch Basisleckereien aus der Schweiz (Schoki, Käse und Eis) und natürlich Pharmazie (Medizin- und Biotechnologie).

Im Grunde allokieren wir also nicht in Wachstum- ODER Substanzwerte, sondern in Wachstum UND Substanzwerte. Kurzfristigen Trendwetten hinterher zu rennen macht u. E. keinen Sinn, kostet nur Nerven und Geld, denn: „Hin und Her macht Taschen leer“. Für den DAX sehen wir tatsächlich Potenzial bis Jahresende von 16.600 Punkten bei einem zwischenzeitlichen Risiko von 14.600 Punkten. Damit sind wir optimistischer als der Konsens unterwegs, aber wir haben gute Gründe. Als Sahnehäubchen bekommen wir ab September auch noch 10 neue, sehr interessante DAX-Werte hinzu. Kurzum: Das war es noch lange nicht.

Wichtige Hinweise

Marketingmitteilung
Diese Publikation ist eine Marketingmitteilung der Oldenburgische Landesbank AG im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes.

Kein Angebot, keine Beratung
Diese Information enthält kein Angebot zum Erwerb oder zur Zeichnung der darin genannten Wertpapiere und auch keine Einladung zu einem solchen Angebot. Die geäußerten Meinungen geben unsere aktuelle Einschätzung wieder, die sich auch ohne vorherige Bekanntmachung ändern kann. Diese Information kann eine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers und seine Anlageziele abgestellte Beratung nicht ersetzen.

Adressat
Die hier wiedergegebenen Informationen und Wertungen („Information“) sind ausschließlich für Kunden, die Ihren Sitz in der Bundesrepublik Deutschland haben, bestimmt. Insbesondere ist diese Information nicht für Kunden und andere Personen mit Sitz oder Wohnsitz in Großbritannien, den USA, in Kanada oder Asien bestimmt und darf nicht an diese Personen weitergegeben werden oder in diese Länder eingeführt oder dort verbreitet werden. Dieses Dokument einschließlich der darin wiedergegebenen Informationen dürfen im Ausland nur in Einklang mit den dort geltenden Rechtsvorschriften verwendet werden. Personen, die in den Besitz dieser Information gelangen, haben sich über die dort geltenden Rechtsvorschriften zu informieren und diese zu befolgen.

Keine Gewährleistung
Die Informationen wurden sorgfältig recherchiert und beruhen auf Quellen, die die Oldenburgische Landesbank AG als zuverlässig ansieht. Die Informationen sind aber möglicherweise bei Zugang nicht mehr aktuell und können überholt sein. Auch kann nicht sichergestellt werden, dass die Informationen richtig und vollständig sind. Die Oldenburgische Landesbank AG übernimmt für den Inhalt der Information deshalb keine Haftung.

Kursentwicklung
Zurückliegende Kursentwicklungen können für die zukünftige Entwicklung nicht gewährleistet werden. Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

Newsletter vom 30. Juni 2021

Carsten Brömstrup – Chefanalyst
Oldenburgische Landesbank AG

Zum Newsletter anmelden

Inflation – was dürfen wir denn da erwarten?

Seit Wochen spukt das Gespenst der Inflation durch die Gazetten. Preissteigerungen werden schon mit den Entwicklungen  der damaligen Weimarer Republik verglichen. Eine Welle der Sorge und Angst macht sich breit. Die Kapitalmärkte haben bislang zurückhaltend und ruhig reagiert, obwohl das Geschrei lauter wird. Wir können festhalten, dass die Teuerungsrate in den USA mit ca. 5 Prozent schon hoch ist. In Europa sieht es anders aus – hier liegt die Preissteigerungsrate nicht einmal bei 2 Prozent. Deutschland ragt mit aktuell 2,5 Prozent heraus.

Ich schaue einfach mal hinter die Zahlen und stelle fest, wenn die selbstgemachten Effekte wie Mehrwertsteuererhöhung und Co2 Abgabe aus der deutschen Inflationsrate herausgerechnet werden, dann bleiben gerademal noch ca. 1 Prozent übrig. In anderen europäischen Ländern sieht die Lage sehr heterogen aus – einige kämpfen nicht gegen die Inflation, sondern versuchen Deflation zu verhindern. Gerade in den südeuropäischen Ländern kann man das sehr gut beobachten.

Machen dann die 5 Prozent Steigerungsraten in den USA die Sorge aus? Unverändert erhalten die Bürger dort weiter ihre wöchentlichen Einkaufsschecks und sorgen für einen Nachfrageüberhang an Konsumartikeln. Nahrungsmittel und Autos sind dort einfach teurer geworden. Ein Mittelklasseauto kostet in diesem Jahr 30 Prozent mehr – ja auch ausgewählte Nahrungsmittel kosten bis zu 15 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Was muss getan werden und was erwarte ich, was getan wird?
In Deutschland könnte die Regierung die Co2 Abgabe überdenken – eine Diskussion hierüber wird es aber nicht geben. Der Staat braucht die zusätzlichen Steuereinnahmen, schon allein deshalb, weil die Kosten der Covid19 Pandemie bezahlt werden müssen. An der Schraube der zusätzlichen Steuereinnahmen wird die Regierung also nicht drehen. Ich sehe die Nachfrage in Deutschland weiter steigen. Gastronomie, Reisen und Neuwagenkäufe könnten die Inflation sogar noch weiter steigen lassen.

In den USA bereitet die Fed die Bürger auf ein vorsichtiges Ende der ultralockeren Geldpolitik vor. Die Einkaufsschecks dürften auch wieder verschwinden.
Die EZB wird die Zinsen nicht erhöhen – vielleicht kürzt die Zentralbank ihre Anleihen Ankaufprogramme – mehr erwarte ich nicht. Zinserhöhungen wären fatal für die Schuldnerländer und die privaten Haushalte, denn die können sich diese zusätzliche Zinslast gar nicht leisten. Die Sparer müssen weiterhin den negativen Realzins schlucken.
Die Frage wird sein, ob dieser Preisschub nachthaltig ist – das denke ich auch nicht, weil doch vieles hausgemacht ist und die Lohnerhöhungen werden keine Lohn/Preis Spirale auslösen.

An den Kapitalmärkten spielen bald andere Themen eine Rolle. Die Quartalsberichte beginnen in Kürze – die Konjunkturerholung und auch Covid19 mit den Mutanten rücken wieder in den Fokus. Die Lieferketten funktionieren noch nicht so gut, wie vor der Covid19-Zeit und dieses könnte eine schnelle und erhoffte Erholung stören. Die Aktienmärkte werden stabil bleiben – Schwankungen sind normal und bleiben uns deshalb auch erhalten.

Newsletter vom 23. Juni 2021

Frank-Rüdiger Griep – Vorstand
Vermögensanlage AltBayern AG

Zum Newsletter anmelden

Kasse machen mit Pleiteaktien?

Die Sprünge an der Börse wirken faszinierend: Ein Aktienkurs kann um ein Vielfaches steigen, aber „nur“ um 100 Prozent fallen. Dazu ein Blick auf zwei prominente deutsche Pleiteaktien: 

Vor einem Jahr kam die Ad-hoc-Meldung von Wirecard, dass der Jahresabschluss nicht wie geplant vorgelegt werden kann, weil 1,9 Mrd. Euro in der Bilanz fehlen. Das bedeutet Insolvenz. Am gleichen Tag halbiert sich der Kurs des DAX-Unternehmens; dann geht es nochmals um 50 Prozent abwärts. Die Aktie fällt in zwei Tagen von 105 auf ca. 25 Euro; am Ende der nächsten Woche steht sie bei 1,42 Euro – minus 98,6 Prozent seit der Nachricht. Spekulanten treiben den Wert dann nochmal in Richtung 10 Euro, aber derzeit stehen nur ca. 40 Cent auf dem Kurszettel. Dem wohl größten Finanzskandal der Nachkriegsgeschichte widmete sich ein parlamentarischer Untersuchungsausschluss, der gestern seinen Abschlussbericht vorstellte.

Ohne Betrugshintergrund in den Schlagzeilen sind gerade Adler Modemärkte. Das Unternehmen stellte diesen Januar den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung, was den Kurs von 2,28 Euro um zwei Drittel auf 0,74 Euro einbrechen ließ (zu Höchstzeiten im Jahr 2015 waren es 14 Euro). Bis April pegelte sich die Aktie bei ca. 20 Cent ein, also über 90 Prozent Verlust, was zu erwarten war. Doch Mitte Mai wurde der Wert von deutschen Internet-Foren entdeckt und schoss ohne nennenswerte Nachrichten um bis zu 650 Prozent in die Höhe. Der erste deutsche „Meme Stock“? Viele Hobby-Spekulanten wollten mit dabei sein! Doch der Hype dauerte keine sechs Wochen. Gestern der Schock: Der insolvente Betrieb wird übernommen und sein Börsenlisting verlieren. Dabei wird über einen Kapitalschnitt das bestehende Eigenkapital mit den Verlusten verrechnet, was den Wert der Aktien auf 0 Euro sinken lässt. Statt bei 1,50 Euro vor zwei Wochen notiert der Kurs heute bei rund 20 Cent. Damit haben die Zocker wohl nicht gerechnet

Also, Finger weg bei Pleiteaktien! Was sich beim Kurs nach dem Absturz noch bewegt, wird an der Börse auch als Dead-Cat-Bounce bezeichnet.

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 23. Juni 2021

Ihr Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

Foto Thomas Strelow

Das Inflationsgespenst ist zurück

An den Kapitalmärkten (und nicht nur dort) geht derzeit ein fast schon in Vergessenheit geratenes Sorgenkind um: das Inflationsgespenst. Angefacht werden die Inflationsbefürchtungen durch die jüngsten Teuerungssignale aus den USA, denn dort gab es einen überraschend starken Anstieg der Verbraucherpreise: Sie kletterten im Mai um 5 Prozent – nach 4,2 Prozent im Monat zuvor.

Nun herrscht Verunsicherung, denn Investoren befürchten angesichts stark steigender Inflationsraten einen Schwenk der Zentralbanken hin zu einer restriktiveren Geldpolitik (um die Inflationsraten im Zaum zu halten).

Teuerungsdruck dürfte kurzfristig anhalten … mittelfristig aber wieder nachlassen
Da im vergangenen Jahr der Lockdown das Preisgefüge mächtig durcheinandergewirbelt hat und viele Produkte günstiger wurden, fällt jetzt im Jahresvergleich die Inflationsrate entsprechend hoch aus. Aufgrund der zunehmenden Wiederöffnung der Wirtschaft dürfte sich der aufgestaute Konsum in den nächsten Wochen und Monaten entladen. So haben die privaten deutschen Haushalte im Krisenjahr 2020 schätzungsweise rund 110 Mrd. € mehr gespart als 2019. Schließlich waren Restaurants geschlossen, Konzerte und Festivals wurden abgesagt, Reisen untersagt. Zum Teil werden die Bürger diesen Konsumverzicht demnächst nachholen. Das könnte auch zu stärkeren Preissteigerungen führen, wenn die sprunghaft höhere Nachfrage auf ein nur begrenztes Angebot trifft, das sich nicht in der gleichen Geschwindigkeit steigern lässt.

Nach den in vielen Sektoren coronabedingten Preisdämpfern im letzten Jahr gibt es nun aufgrund von Impferfolgen und Lockerungen weitere preistreibende Effekte. Zu nennen sind hier insbesondere höhere Rohstoffpreise (speziell Öl), steigende Frachtkosten, Engpässe in einigen Branchen – insbesondere bei Halbleitern -, leere Lager, aber auch Preissteigerungen im Dienstleistungssektor. Alle diese Faktoren könnten die Teuerung kurzfristig weiter antreiben. Diese Phase – und das ist der entscheidende Punkt – geht unseres Erachtens aber in ein paar Monaten zu Ende, da sich das Angebot dann an die Wiedereröffnung angepasst hat und die Lagerbestände wiederaufgebaut sind.

Ob die Inflation tatsächlich dauerhaft anzieht, hängt nach unserer Einschätzung vor allem von einem der wichtigsten Kostentreiber, dem Lohndruck, ab. Dieser birgt dann tatsächlich die Gefahr, dass das Preisniveau in Gänze steigt, er fällt wegen der immer noch relativ hohen Arbeitslosigkeit allerdings nur moderat aus (und dürfte das auch weiterhin). Viele im Augenblick inflationssteigernde Effekte – wie etwa auch die Nachholeffekte im Tourismus – dürften folglich nur einmaliger Natur sein und eben nicht dauerhaft.

Und was machen die Notenbanken?
Auch die Währungshüter sind der Ansicht, dass die Preise nur zeitweilig stärker aufflammen werden – in Deutschland in der Spitze kurzzeitig bis vielleicht sogar 4 Prozent. Daher bewahren die Notenbanker derzeit in Sachen Inflation Ruhe. Im Grunde sind sie vermutlich sogar eher froh darüber, dass sich die aktuelle Preissteigerungsrate endlich mal wieder in Richtung des lange nicht gesehenen Zielwertes von rund 2 Prozent bewegt, selbst wenn sie auch kurzfristig darüber hinausschießt. Da wird Zentralbank-Chefin Lagarde gern abwarten und nicht gleich über Zinssteigerungen die begonnene Konjunkturerholung wieder abwürgen wollen. Vor diesem Hintergrund erwarten wir keine vorzeitige geldpolitische Straffung durch die Europäische Zentralbank auch im Falle von in den nächsten Monaten erst einmal möglicherweise weiter steigenden Inflationsraten.

Somit bleibt als Fazit festzuhalten: Ja, das Inflationsgespenst ist zurück. Zum einen brauchen wir es derzeit aber um den Wirtschaftsprozess auf die Nachkrisenzeit zu „eichen“. Zum anderen dürfte dieses Gespenst unseres Erachtens nicht allzu lange bleiben.

Newsletter vom 16. Juni 2021

Prof. Dr. Stefan May – Leiter Anlagemanagement
und Andreas Naujeck – Senior Analyst Anlagemanagement

Quirin Privatbank AG

Zum Newsletter anmelden

Nachhaltige Kapitalanlagen weiter gefragt

Es ist mal wieder soweit, der von vielen Investoren sehr geschätzte Marktbericht 2021 vom Forum für Nachhaltige Geldanlagen (FNG) hat uns dieser Tage erreicht. Die Kernbotschaften für Deutschland lauten:
Plus 117 Prozent Wachstum von 2019 auf 2020 bei Anlagen in nachhaltige Fonds und Mandate durch Privatanleger, das Anlagevolumen erreichte 39,8 Mrd. Euro. Das Gesamtvolumen aller nachhaltigen Geldanlagen stieg um 25 Prozent auf 335,3 Mrd. Euro. Das Volumen nachhaltiger Investmentfonds stieg 2020 um 69 Prozent auf 107 Mrd. Euro. Der Marktanteil nachhaltiger Fonds und Mandate beträgt damit 6,4 Prozent vom Gesamtfondsmarkt. Insgesamt wurden 350 nachhaltige Publikumsfonds gemeldet und damit fast doppelt so viele wie 2019. Davon tragen 48 ein nachhaltiges Gütesiegel, 10 mehr als 2019. Anerkannte Qualitätssiegel gewinnen zur Orientierung von Investoren zunehmend an Bedeutung.

Auch der Global Challenges Index (GCX) der Börse Hannover schloss sich dieser sehr positiven Entwicklung an. 2020 konnte der GCX um 13,4 Prozent zulegen, seit Auflage im September 2007 kommt er auf ein Plus von 290 Prozent. Das in den GCX investierte Volumen hat in diesem Jahr die Marke von 1 Mrd. Euro überschritten.
Bleiben Sie beim Thema Nachhaltigkeit am Ball, nicht nur bis zum Ende der Fußball EM.

Zum Newsletter anmelden

Newsletter vom 16. Juni 2021

Ihr Martin Braun, Börse Hannover